Die Kündigung eines befristeten Arbeitsvertrages durch den Arbeitgeber

Ein befristeter Arbeitsvertrag wird von Arbeitgebern entweder zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses geschlossen, wenn der Arbeitgeber unsicher ist, ob er dauerhaft mit dem Bewerber zufrieden sein wird oder unsicher ist, dauerhaft ausreichend Arbeit zu haben. Deshalb stellt sich häufig für Arbeitgeber die Frage, ob ein solcher befristeter Arbeitsvertrag gekündigt werden kann.

I. Kündigung eines typischen befristeten Arbeitsvertrags durch den Arbeitgeber

Der typische befristete Arbeitsvertrag regelt, dass der Arbeitsvertrag automatisch dann sein Ende findet, wenn ein bestimmter Zeitpunkt erreicht ist. Das Datum der Beendigung steht in der Befristungsabrede: „Das Arbeitsverhältnis ist bis zum 31.12.2017 befristet. Es endet automatisch, ohne dass eine Kündigung ausgesprochen werden muss.“

Weiterer Inhalt eines typischen befristeten Arbeitsvertrages ist, dass geregelt ist, dass auch innerhalb der Befristungszeit eine Kündigung bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen möglich ist: „Das Arbeitsverhältnis kann von den Parteien auch innerhalb des Befristungszeitraums jederzeit gekündigt werden, soweit das gesetzlich zulässig ist“

Wenn der Arbeitgeber einen solchen befristeten Arbeitsvertrag innerhalb der Befristungszeit kündigen möchte kann er das tun. Innerhalb der ersten 6 Monate gilt das Kündigungsschutzgesetz nicht, er benötigt also keinen besonderen Kündigungsgrund. Der Arbeitnehmer befindet sich in der Regel auch in den ersten 6 Monaten in der Probezeit, soweit das arbeitsvertraglich aufgenommen wurde.

Nach Ablauf von 6 Monaten kann der Arbeitgeber nur noch dann innerhalb des Befristungszeitraums kündigen, wenn er einen Kündigungsgrund nach dem Kündigungsschutzgesetz hat. Der Arbeitgeber benötigt also einen betriebsbedingten, verhaltensbedingten oder personenbedingten Kündigungsgrund, um den abgeschlossenen befristeten Arbeitsvertrag kündigen zu können. Ob ein solcher Kündigungsgrund vorliegt und dessen Voraussetzungen können Sie an anderer Stelle dieser Webseite im Ratgeberbereich nachlesen oder uns auch einfach anrufen.

II Kündigung eines atypischen befristeten Arbeitsvertrages durch den Arbeitgeber

Es gibt befristete Arbeitsverträge, bei denen keine Kündigungsmöglichkeit innerhalb des Befristungszeitraums geregelt wurde. Wenn also ein Arbeitsvertrag geschlossen wird, bei dem es nur heißt, dass der Arbeitsvertrag bis zum 31.12.2018 besteht und nicht geregelt ist, dass innerhalb des Befristungszeitraums eine Kündigung möglich ist, dann kann der Arbeitgeber diesen befristeten Arbeitsvertrag nicht ordentlich kündigen.

Es handelt sich dabei eigentlich nicht um einen befristeten Arbeitsvertrag, sondern um einen Zeitvertrag. Solche befristeten Arbeitsverträge / Zeitverträge sind durch Arbeitgeber nur durch eine außerordentliche Kündigung kündbar. Es muss also ein erheblicher Vertragsverstoß des Arbeitnehmers vorliegen, um sich trennen zu können.

Die obigen Ausführungen ersetzen keinesfalls eine tiefgreifende, ordentliche arbeitsrechtliche Beratung. Wenn Sie mehr über den befristeten Arbeitsvertrag lesen wollen finden Sie unter Befristung weitere Informationen.

Besser ist es, wenn Sie uns gleich anrufen und fragen. Das spart Zeit und minimiert Ihr Risiko. Wir freuen uns auf Sie.

Ihr Max Wittig
Partner
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht