Fachanwalt fristlose Kündigung Berlin

Die Kündigung im Arbeitsverhältnis gehört zum täglichen Geschäft einer Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht. Fristlose Kündigungen kommen nur dann in Betracht, wenn dem Arbeitnehmer ein erhebliches Fehlverhalten vorgeworfen und auch nachgewiesen werden kann. Viele verhaltensbedingte, fristlose Kündigungen werden von Arbeitnehmern angegriffen. Sie werden dann vor dem Arbeitsgericht Berlin verhandelt.

Was unterscheidet eine verhaltensbedingte Kündigung von einer fristlosen Kündigung? Was ist eine ordentliche Kündigung? Diese Begriffe werden häufig durcheinandergeworfen.

Eine vollständige Übersicht aller Kündigungsgründe und eine ausführliche Darstellung der Sach- und Rechtslage finden Sie im Ratgeberbereich. Zu Kündigungen und dem richtigen vorgehen finden Sie im Ratgeberbereich Kündigung noch viel mehr Informationen.

Fristlose Kündigung: Eine fristlose Kündigung bedeutet, dass das Arbeitsverhältnis mit Zugang der schriftlichen Kündigung beendet wird. Wer als Arbeitgeber fristlos kündigt, möchte, dass das Arbeitsverhältnis mit Zugang der Kündigung beendet ist (ohne Einhaltung einer Frist, also mit sofortiger Wirkung).

Bei der fristlosen Kündigung des Arbeitsverhältnisses muss zwingend ein erheblicher, verhaltensbedingter Kündigungsgrund vorhanden sein, der es für den Arbeitgeber unzumutbar macht, das Einhalten der Kündigungsfrist zu berücksichtigen. Es sind also folgende Vorfragen (entweder vom Arbeitgeber, der die Kündigung aussprechen will oder von einem beauftragten Fachanwalt) zu klären:

  • Liegt eine Vertragsverletzung vor?
  • Wurde zuvor abgemahnt oder war eine Abmahnung entbehrlich?
  • Gab es eine Interessenabwägung zwischen den Arbeitsrechtsparteien?

Verhaltensbedingte Kündigung: Die verhaltensbedingte Kündigung kann fristlos, siehe oben, ausgesprochen werden oder fristgerecht. Wird sie fristlos ausgesprochen endete das Arbeitsverhältnis mit Zugang der Kündigung (wenn sie nicht vor Gericht angegriffen und als unwirksam angesehen wird). Bei einer fristgerechten, verhaltensbedingten Kündigung endet das Arbeitsverhältnis mit Ablauf der Kündigungsfrist. Wie lange die Kündigungsfrist ist, richtet sich nach dem Arbeitsvertrag, einem Tarifvertrag oder dem Gesetz.

Ordentliche Kündigung: Im Arbeitsrecht spricht man von einer ordentlichen Kündigung, wenn der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis aus entweder verhaltensbedingten Gründen, betriebsbedingten Gründen oder personenbedingten Gründen kündigt. Unter ordentlich versteht man, dass die Kündigungsfrist eingehalten wird. Immer dann, wenn der Arbeitgeber unter Einhaltung der Kündigungsfrist kündigt, spricht man von einer ordentlichen Kündigung.

18 Fachanwälte für Arbeitsrecht – Berlin & Bundesweit

Die fristlose Kündigung eines Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber sollte gut überlegt sein. Arbeitnehmer sind nahezu verpflichtet, gegen die fristlose Kündigung vor das Arbeitsgericht Berlin zu ziehen. Warum? Wer eine fristlose Kündigung erhält, wird bei der Agentur für Arbeit eine Sperrzeit erhalten. Diese Sperrzeit schmerzt den Arbeitnehmer finanziell enorm. Er sucht deshalb die Gerichte auf, damit die Kündigung insgesamt als unwirksam angesehen oder damit die Kündigung vor Gericht einvernehmlich mit dem Arbeitgeber als fristgerechte, betriebsbedingte Kündigung umgewandelt wird. Wie kann es dazu kommen?

Wenn ein Arbeitnehmer gegen eine fristlose Kündigung klagt, ist der Arbeitgeber in der Beweislast. Er muss nachweisen, dass der Arbeitnehmer einen erheblichen Vertragsverstoß begangen hat und dieser Vertragsverstoß derart schwer wiegt, dass eine sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses gerechtfertigt erscheint. Häufig verlangen die Arbeitsgerichte in Berlin und auch bundesweit das Vorliegen einschlägiger Abmahnungen. Wer seinen Arbeitnehmer nicht wegen Zuspätkommen zweimal abgemahnt hat kann beim 3. Verspätungsverstoß nicht einfach fristlos verhaltensbedingt kündigen. Man muss – so die Arbeitsgerichte auch in Berlin – den Arbeitnehmer vor Ausspruch einer fristlosen, verhaltensbedingten Kündigung auf dessen Fehlverhalten aufmerksam machen, um ihm so die Chance zu geben, sich in Zukunft vertragstreu zu verhalten.

Wenn nun aber ein Arbeitgeber fristlos, verhaltensbedingt gekündigt hat und der Arbeitnehmer klagt, vor allen Dingen deshalb, um keine Sperrzeit zu erhalten, bietet der Arbeitgeber häufig dem Arbeitnehmer an, die fristlose, verhaltensbedingte Kündigung in eine ordentliche, fristgerechte, betriebsbedingte Kündigung umzuwandeln. Aber nur dann, wenn der Arbeitnehmer bereit ist, dass das Arbeitsverhältnis mit Ablauf der Kündigungsfrist sein Ende findet. Ist der Arbeitnehmer damit einverstanden, stellt das Gericht das Zustandekommen eines solchen Vergleichs fest. Dann hat der Arbeitnehmer keine fristlose, verhaltensbedingte Kündigung erhalten, sondern eben eine fristgerechte, betriebsbedingte Kündigung. Damit erhält der Arbeitnehmer noch seinen Lohn bis zum Ablauf der Kündigungsfrist. Der Arbeitnehmer wird meistens bis dahin freigestellt unter Verrechnung von Urlaubs- und Überstundenansprüchen. Der Arbeitnehmer erhält dann mit Ablauf der Kündigungsfrist sein Arbeitslosengeld und der Arbeitgeber ist den Arbeitnehmer los.

Ein guter Vergleich für alle Seiten.

Auf Arbeitgeberseite macht es natürlich enormen Sinn, bevor fristlose, verhaltensbedingte Kündigungen ausgesprochen werden, sich mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin zusammenzusetzen, um die Erfolgsaussichten einer Kündigung wie auch eines möglichen Gerichtsverfahrens zu besprechen und insbesondere auch das finanzielle Risiko einer unwirksamen Kündigung zu klären.

Abmahnung erforderlich?

Zum Thema Abmahnung vor Ausspruch einer fristlosen verhaltensbedingten, Kündigung haben wir in unserem Ratgeberbereich viele Informationen für Sie zusammengestellt. Schauen Sie auch in unsere Urteilsdatenbank, dort sind einige Urteile zum Thema vorhanden. Jeder Fachanwalt für Arbeitsrecht in unserer Kanzlei weiß, wie Abmahnungen aussehen müssen, wie diese gestaltet werden müssen, welcher Inhalt wichtig ist, welchen Formvorschriften sie entsprechen müssen, welche Fristen für sie gelten und vor allen Dingen auch, wie Abmahnungen dem Arbeitnehmer zugestellt werden müssen. Wesentlich ist auch die Anzahl der Abmahnungen, die ein Arbeitnehmer bekommen muss, bevor bei einem erneuten Fehlverhalten eine fristlose, verhaltensbedingte Kündigung in Berlin ausgesprochen werden kann. Wer seinen Arbeitgeber bestiehlt, benötigt vor Ausspruch einer fristlosen Kündigung keine Abmahnung. Wer einmal in 10 Jahren 5 Minuten zu spät zur Arbeit kommt, benötigt sicherlich zunächst eine Abmahnung, bevor er fristlos bei einem weiteren Fehlverhalten gekündigt werden kann. Dazwischen gibt es extrem viele Fälle, die es genau zu beleuchten gilt. Und für eine richtige rechtliche Einschätzung ist es nicht nur wichtig, dass der Anwalt qualifiziert ist, sondern auch Erfahrung vor allen Dingen vor den zuständigen Arbeitsgerichten, hier also in Berlin, hat. Wir sind seit über 20 Jahren Fachanwälte für Arbeitsrecht und mit unserer Kanzlei in Berlin ständig vor dem Arbeitsgericht Berlin und auch den weiteren Arbeitsgerichten in der Nähe tätig. Wir kennen die Rechtsansichten der meisten Richter in vielen Rechtsfragen und können so besonders gut Empfehlungen abgeben, wie man als Arbeitgeber agieren sollte, um vor Gericht ein positives Ergebnis zu erlangen.

Wichtige Kündigungsgründe – Was sagt das BGB?

§ 626 Fristlose Kündigung aus wichtigem Grund

(1) Das Dienstverhältnis kann von jedem Vertragsteil aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden, wenn Tatsachen vorliegen, auf Grund derer dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsteile die Fortsetzung des Dienstverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist oder bis zu der vereinbarten Beendigung des Dienstverhältnisses nicht zugemutet werden kann.

(2) Die Kündigung kann nur innerhalb von zwei Wochen erfolgen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Kündigungsberechtigte von den für die Kündigung maßgebenden Tatsachen Kenntnis erlangt. Der Kündigende muss dem anderen Teil auf Verlangen den Kündigungsgrund unverzüglich schriftlich mitteilen.

Der § 626 des BGB kennt keine absoluten Gründe zur Kündigung. Eine abschließende Aufzählung von wichtigen Kündigungsgründen ist daher nicht möglich. Fehlverhalten wie Diebstahl, schwere Beleidigung, Arbeitszeitbetrug, Unterschlagung oder sogar Körperverletzung sind jedoch geeignet, eine Kündigung fristlos auszusprechen und das Arbeitsverhältnis somit umgehend zu beenden.

Fachanwalt Kündigung Berlin – 2-Wochen-Frist

Tatsache ist, dass eine fristlose Kündigung aus verhaltensbedingten Gründen nur innerhalb von 2 Wochen nach Kenntnis des Fehlverhaltens des Arbeitnehmers ausgesprochen werden kann. Wird diese Zweiwochenfrist versäumt, ist keine fristlose Kündigung mehr möglich. Möglich ist dann aber immer noch eine verhaltensbedingte Kündigung unter Einhaltung der Kündigungsfrist. Die Zweiwochenfrist beginnt in dem Moment, wo der Sachverhalt dem Arbeitgeber bekannt ist. Wann das der Fall ist, ist häufig extrem schwer zu bestimmen. Es gibt auch immer wieder weitere 2 Wochen Fristen. Wenn z. B. ein Strafverfahren gegen den Arbeitnehmer eröffnet wird beginnt in der Regel eine erneute Zweiwochenfrist. Das gleiche gilt, wenn die Hauptverhandlung gegen den Arbeitnehmer eröffnet wird. Zu empfehlen ist aber, dass man eher früher als zu spät die fristlose Kündigung aussprechen sollte. Der Arbeitnehmer sollte in jedem Fall auch die Möglichkeit bekommen, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Die richtige Anhörung des Arbeitnehmers ist daher enorm wichtig, um die Zweiwochenfrist noch einzuhalten. Die Anhörungsfrist des Arbeitnehmers muss ebenfalls genau bemessen werden. Auch hierfür ist Fingerspitzengefühl, aber vor allen Dingen auch Erfahrung in diesem Bereich, erforderlich.

Fristlose Kündigung Berlin – Kanzlei Wittig Ünalp

Sie möchten sich von einem Arbeitnehmer schnell und unkompliziert trennen? Gerne helfen wir Ihnen weiter und freuen uns auf Sie an unserem Kanzleistandort in Berlin. Mit 18 Fachanwälten für Arbeitsrecht (bundesweit) und über 30 Anwälten insgesamt sind wir bestens aufgestellt.

Schreiben Sie uns eine E-Mail, nutzen Sie unser Kontaktformular oder rufen Sie uns am besten einfach an. Ein kurzes Telefonat kann schon viel bewirken. Auch in anderen Bereichen des Arbeitsrechts können Sie gerne auf uns zu kommen, wenn Sie Fragen haben oder mit konkreten Problemen konfrontiert sind. Beispielsweise eng mit der Kündigung verknüpfte Themen wie Abfindung, Kündigungsschutzklage oder Aufhebungsvertrag.

Machen Sie gerne auch von der Möglichkeit unserer kostenlosen Ersteinschätzung Gebrauch!