Gebäudeversicherung und Hausratversicherung in Zeiten von Corona

Coranakrise – Riskiere ich durch Ortabwesenheit meinen Versicherungsschutz?

1. Wohngebäudeversicherung und Leerstand wegen Corona

1.a. Versicherungsbedingungen der Gebäudeversicherung enthalten Obliegenheiten
1.b. Sicherheitsvorschriften in den Versicherungsbedingungen der Gebäudeversicherung
1.c. Gefahrerhöhung der Risiken in der Gebäudeversicherung wegen Corona

2. Hausratversicherung und Risiken wegen Corona
3. Schadenregulierung verweigert wegen Corona Risiken

 

Coranakrise – Riskiere ich durch Ortabwesenheit meinen Versicherungsschutz?

Die COVID-19 Infektionswelle führt nicht nur dazu, dass viele Menschen zu Hause bleiben und nur noch für die nötigsten Dinge des Alltags Haus oder Wohnung verlassen. Tatsächlich sitzen tausende Menschen aufgrund der massiven Reisebeschränkungen im Ausland fest. Heimkehr derzeit noch ungewiss. Andere sind eilig zu Angehörigen und Verwandten geeilt, um gemeinsam diese Zeit der Unsicherheit zu bewältigen oder diesen Menschen im Alltag zu helfen, weil sie zu einer COVID-19 Risikogruppe gehören.

Versicherer sind nicht dafür bekannt im Schadensfall besonders kundenfreundlich zu prüfen. Vielmehr wird sprichwörtlich jeder Stein umgedreht, um nicht oder nur eingeschränkt leisten zu müssen. Rechtsprechung wird ignoriert. Gesunder Menschenverstand ausgeschaltet. Im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung wird bestreiten, leugnen und dementieren zur Regel. Im Falle eines Schadensfalls wegen einer pandemiebedingten Ortsabwesenheit wird dies nicht anders sein.

1. Wohngebäudeversicherung und Leerstand wegen Corona

Obwohl keine Pflichtversicherung, hat nahezu jeder Hauseigentümer eine Wohngebäudeversicherung. An dieser Stelle der Website finden Sie allgemeines zur Wohngebäudeversicherung. Diese soll das Gebäude häufig gegen die Gefahren Feuer, Wasser, Blitz, Explosion absichern. Die Absicherung gegen weitere Gefahren ist möglich. Der Markt bietet eine Vielzahl von Produkten mit unterschiedlichen Ausgestaltungen. Alle Verträge haben jedoch eine Gemeinsamkeit.

1.a. Versicherungsbedingungen der Gebäudeversicherung enthalten Obliegenheiten

Obliegenheiten sind Verhaltensvorgaben für den Kunden, also Sie.

Werden diese Verhaltensvorgaben nicht erfüllt, kann dies den Versicherungsschutz gefährden. Bei vorsätzlicher Verletzung einer vertraglichen Obliegenheit muss die Versicherung nicht leisten. Grob fahrlässige Verletzung berechtigt die Versicherung zur Leistungskürzung. Gekürzt werden kann bei schweren Verstößen bis auf null.

In der derzeitigen Coronakrise tritt vor allen Dingen eine Obliegenheit besonders hervor. Es besteht häufig die Obliegenheit nicht genutzte Gebäude zu jeder Jahreszeit genügend häufig zu kontrollieren und dort alle wasserführenden Anlagen und Einrichtungen abzusperren, zu entleeren und entleert zu halten.

Stellt eine Ortsabwesenheit also einen Gebäudeleerstand dar? Die Antwort lautet hier eindeutig nein! Ein Gebäudeleerstand ist erst dann anzunehmen, wenn das Gebäude nicht mehr genutzt wird. Wird ein Gebäude, wenn auch in unregelmäßigen Abständen, zeitweise bewohnt, so wird es genutzt. „Nicht genutzt“ heißt nicht „nicht benutzt“. Wer also sein Haus verlässt, um in der derzeitigen Coronakrise vorübergehend bei Verwandten zu leben, nutzt weiterhin sein Haus. Kommt es also während der Abwesenheit zu einem Wasserrohrbruch, kann der Versicherer sich nicht dadurch seiner Leistungspflicht entziehen, dass er Nichtnutzung und mangelnde Kontrolle annimmt. Es ist sinnvoll, sich die vereinbarten Obliegenheiten vor Augen zu führen, um nicht in eine Falle zu tappen. Sprechen die Bedingungen nicht von Leerstand, kann die Situation ganz anders aussehen. Es kommt letztendlich auf den Wortlaut der Versicherungsbedingungen an und wie der durchschnittliche Versicherungsnehmer diese versteht.

1.b. Sicherheitsvorschriften in den Versicherungsbedingungen der Gebäudeversicherung

Es kann außerdem sein, dass der Vertrag sogenannte Sicherheitsvorschriften enthält. Auch die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften zählt zu den Obliegenheiten des Versicherungsnehmers. In den Sicherheitsvorschriften kann weiteres für den Fall einer längerfristigen Abwesenheit geregelt sein.

1.c. Gefahrerhöhung der Risiken in der Gebäudeversicherung wegen Corona

Es besteht jedoch noch eine andere Möglichkeit für die nichtleistungswillige Versicherung an ihr Ziel zu gelangen. Das Versicherungsvertragsgesetz hält eine gesetzliche Obliegenheit bereit. Ein Versicherungsnehmer darf ohne Einwilligung des Versicherers keine Gefahrerhöhung vornehmen oder deren Vornahme durch einen Dritten gestatten. Erkennt der Versicherungsnehmer nachträglich, dass er ohne Einwilligung des Versicherers eine Gefahrerhöhung vorgenommen oder gestattet hat, hat er die Gefahrerhöhung dem Versicherer unverzüglich anzuzeigen. Durch eine Gefahrerhöhung soll der Eintritt des Versicherungsfalls wahrscheinlicher werden. Auch im Falle einer Gefahrerhöhung kann der Versicherer vollständig von seiner Leistung frei werden.

Eine Gefahrerhöhung kann dann vorliegen, wenn ein Wohnhaus über einen vertraglich vereinbarten Zeitraum (z. B. 60 Tage) nicht bewohnt und auch nicht beaufsichtigt wird. Auch wie die Beaufsichtigung erfolgen muss, kann genau geregelt sein. Beaufsichtigung kann tatsächlich bedeuten, dass eine andere volljährige Person sich auch über Nacht im Haus aufhalten muss. Es kann auch sein, dass nur eine regelmäßige Kontrolle im Abstand von ein paar Tagen notwendig ist. Hierüber entscheiden die Versicherungsbedingungen. Führen Sie sich deren Inhalt unbedingt einmal vor Augen.

Falls Sie Fragen zu dem Thema Gebäudeversicherung in Zeiten von Corona haben, stehen wir Ihnen mit unseren Fachanwälten für Versicherungsrecht dafür natürlich jederzeit gerne zur Verfügung.

2. Hausratversicherung und Risiken wegen Corona

Eine Hausratversicherung als Sachversicherung versichert Ihre privaten Dinge. Alle die Sachen die sich in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus befinden werden gegen verschiedene Gefahren (Feuer, Wasser, Einbruch) abgesichert.

Auch die Hausratversicherung hält für den Versicherungsnehmer einige Überraschungen bereit. Sich auf die warmen Worte des Versicherungsvertreters bei Abschluss des Vertrags zu verlassen, kann böse Folgen haben. Denn auch in der Hausratversicherung gibt es Obliegenheiten und anzeigepflichtige Gefahrerhöhungen.

Insbesondere kann es auch hier sein, dass eine längere Abwesenheit als Gefahrerhöhung gewertet wird. Kommt es in dieser Zeit zu einem Einbruch oder auch einer Brandstiftung, dann darf der Versicherer kürzen. Auch hier kann eine Gefahrerhöhung dann vorliegen, wenn die Wohnung oder das Haus über einen längeren Zeitraum nicht bewohnt wird. Ähnlich wie bei der Wohngebäudeversicherung sollten Sie darauf achten, dass es Ihnen womöglich obliegt, regelmäßige Kontrolle durchzuführen. Prüfen Sie deshalb unbedingt Ihre Versicherungsbedingungen auf eine entsprechende Obliegenheit Ihrerseits.

Im Schadenfall ist es zwar nicht zu spät. Dennoch lässt sich viel Ärger dadurch vermeiden, dass Gewissheit darüber besteht, was unternommen werden muss, um den Versicherungsschutz vollständig zu erhalten.

Wenn Sie Fragen zu Corona und Versicherungsrecht haben zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

3. Schadenregulierung verweigert wegen Corona-Risiken

Als große Fachanwaltskanzlei für Versicherungsrecht sind wir vor allen Dingen dann aufgerufen, für unsere Versicherungsnehmer zu kämpfen, wenn Versicherer Leistungen ablehnen. Auch wenn sich die Schreiben für Sie als versicherungsrechtlichen Laien für völlig schlüssig anhören zögern Sie nicht, uns anzurufen.

Ein kurzes Telefonat kann bereits erheblich helfen, damit sie wissen, ob sich der Gang zu einem Anwalt lohnt oder nicht. Wir haben bereits jetzt Sorge, dass aufgrund der vielen leerstehenden Gebäude, seien es Privatgebäude oder auch Firmengebäude, zu häufigeren Bränden kommt, da Brandstifter diese Situation sicherlich nutzen werden. Private Versicherungsnehmer wie auch Unternehmer sind daher aufgerufen, Vorsorge zu treffen, dass die Gebäude ordentlich gesichert und versichert sind bzw. werden.

Wenn aber dann der Fall eintritt und der Versicherer tatsächlich die Regulierung verweigert, sollten Sie spätestens dann eine Fachanwaltskanzlei für Versicherungsrecht kontaktieren.

Im Idealfall kontaktieren Sie uns noch, bevor sie den Versicherer informieren. Je schneller Sie reagieren, desto stärker können wir Sie unterstützen, um im Vorfeld der Schadenmeldung gravierende Fehler zu vermeiden.

Mehr zum Thema Feuer finden Sie auch an anderer Stelle dieser Website.