• Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht und Versicherungsrecht

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Der Fach-Anwalt für Arbeitsrecht – und wie die Anwälte werben, die den Titel nicht führen dürfen!

1. Was ist ein Fachanwalt für Arbeitsrecht?
2. Was ist ein Spezialist für Arbeitsrecht?
3. Was ist ein Anwalt für Arbeitsrecht?
4. Was ist eine Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht?
5. Was ist eine Anwaltskanzlei für Arbeitsrecht?
6. Was ein Rechtsanwalt mit „Schwerpunkt Arbeitsrecht“?

 

1. Was ist ein „Fachanwalt für Arbeitsrecht“?

Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht ist in jedem Fall ein vollwertiger Rechtsanwalt, er ist nicht „weniger“. Es verhält sich nicht so wie das Fachabitur zum Abitur, nämlich dass das Fachabitur ein „weniger“ vom Abitur ist. Jeder Fachanwalt ist mindestens Rechtsanwalt! Er hat eine Zusatzausbildung abgelegt, er ist also ein „mehr“. 

Wie viele Fachanwaltstitel es gibt und was erforderlich ist, einen Fachanwaltstitel zu erwerben wird genauestens dargestellt auf Wikipedia

Kurz zusammengefasst muss ein Rechtsanwalt, der schon jahrelang als Rechtsanwalt zugelassen sein muss, der Rechtsanwaltskammer gegenüber besondere theoretische Voraussetzungen im Arbeitsrecht nachweisen, die er erworben hat. Ebenso muss der Rechtsanwalt besondere praktische Erfahrungen im Arbeitsrecht gesammelt haben. Er muss diese gegenüber der Rechtsanwaltskammer ebenfalls nachweisen, z.B. durch Übersendung von Aktenauszügen.  

Erst wenn die Rechtsanwaltskammer die besonderen theoretischen Fähigkeiten überprüft und auch die praktischen Erfahrungen nachvollzogen hat, verleiht die für den Anwalt zuständige Rechtsanwaltskammer ihm den begehrten Fachanwaltstitel für Arbeitsrecht. 

Der Weg ist für viele Anwälte sehr beschwerlich. Das ist ein Grund, warum nur ca. 6 % aller Rechtsanwälte in Deutschland den Fachanwaltstitel für Arbeitsrecht führen dürfen. 

Bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht können Sie sicher sein, dass das Arbeitsrecht tatsächlich sein Tätigkeitsschwerpunkt darstellt.  

2. Was ist ein „Spezialist für Arbeitsrecht“?

Der Spezialist für Arbeitsrecht sollte mindestens den Fachanwaltstitel führen, eigentlich sollte er mehr sein als ein Fachanwalt. Wer Fachanwalt ist – so aber die allgemeine Auffassung in der Praxis zwischenzeitlich – sollte sich auch „Spezialist“ nennen dürfen.

Es gibt aber Anwaltskollegen, die keinen Fachanwaltstitel führen dürfen, da sie eben die besonderen theoretischen und praktischen Voraussetzungen zum Führen des Fachanwaltstitels nicht erfüllen. Sie bezeichnen sich dann gerne als „Spezialist für Arbeitsrecht“. Das ist selbstverständlich wettbewerbswidrig und unlauter, so dass durch die Rechtsanwaltskammern berufsrechtliche Maßregelungen drohen. Schließlich wird der Verbraucher in die Irre geführt, denn er denkt in der Regel, dass ein Spezialist mindestens so qualifiziert ist, wie ein Fachanwalt für Arbeitsrecht. Wenn aber der werbende Anwalt keinen Fachanwaltstitel führt, was die höchste Qualifikation darstellt, dann führt er den Mandanten in die Irre.

Wenn Sie einen Anwalt antreffen, der sich rühmt, ein Spezialist für Arbeitsrecht zu sein, sollte er mindestens auch den Fachanwaltstitel für Arbeitsrecht führen. Ist das nicht der Fall, sprechen Sie ihn darauf an und auch die für ihn zuständige Rechtsanwaltskammer. Der Verbraucher muss wissen, wer nachgewiesene Kenntnisse und Erfahrungen im Arbeitsrecht besitzt und der Spezialist spiegelt vor, mehr zu sein als ein Fachanwalt für Arbeitsrecht.

3. Was ist ein „Anwalt für Arbeitsrecht“?

Der „Anwalt für Arbeitsrecht“ muss immer auch berechtigt sein, den Fachanwaltstitel für Arbeitsrecht führen zu dürfen. Im Berufsrecht der Anwälte haben die Gerichte entscheiden, dass sich kein Rechtsanwalt, der nicht den Fachanwaltstitel für Arbeitsrecht führt, sich „Anwalt für Arbeitsrecht“ nennen darf. Die Verwechslungsgefahr mit „Fachanwalt für Arbeitsrecht“ sei zu groß. Wer also mit „Anwalt für Arbeitsrecht“ für seine Anwaltskanzlei wirbt muss zwingend den Fachanwaltstitel führen.

Da es aber immer wieder Kollegen gibt, die wettbewerbswidrig mit „Anwalt für Arbeitsrecht“ werben fragen Sie Ihren Anwalt, ob er „Fachanwalt für Arbeitsrecht“ ist oder nicht. Im Zweifel erfahren Sie das auf Anfrage bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer oder auf deren Websites.

4. Was ist eine „Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht“?

Bei einer „Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht“ sollten mindestens zwei Berufsträger, also zwei Rechtsanwälte, berechtigt sein, den Fachanwaltstitel für Arbeitsrecht zu tragen. Einige Rechtsanwaltskammern gehen so weit, dass sie die Auffassung vertreten, alle Rechtsanwälte in einer Kanzlei müssten Fachanwalt für Arbeitsrecht sein, bevor sich die Kanzlei „Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht“ nennen darf.

Wir halten das für überzogen. Wenn ein Rechtsanwalt „Fachanwalt für Arbeitsrecht“ ist und ein Rechtsanwalt sein Büro „Rechtsanwaltskanzlei“ nennen darf dann muss ein Fachanwalt für Arbeitsrecht seine Kanzlei auch „Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht“ nennen dürfen.

Von unseren derzeit 13 Rechtsanwälten führen 8 den Fachanwaltstitel für Arbeitsrecht. Wir sind deshalb auch eine Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht.

5. Was ist eine „Anwaltskanzlei für Arbeitsrecht“

Eine Anwaltskanzlei für Arbeitsrecht sollte sich nur dann so nennen dürfen, wenn sie sich auch „Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht“ nennen können dürfte. Da die Werbung „Rechtsanwalt für Arbeitsrecht“, s.o., unzulässig ist, wenn der Anwalt nicht auch den Fachanwaltstitel für Arbeitsrecht führt, sollte auch die Werbung mit „Anwaltskanzlei für Arbeitsrecht“ verboten sein, wenn nicht mindestens zwei Anwälte Fachanwälte für Arbeitsrecht sind.

Sollten Sie auf eine Kanzlei treffen, die mit „Anwaltskanzlei für Arbeitsrecht“ oder „Rechtsanwaltskanzlei für Arbeitsrecht“ wirbt, fragen Sie konkret nach, wer von den Rechtsanwälten den Fachanwaltstitel für Arbeitsrecht führt.

6. Was ist ein Rechtsanwalt mit „Schwerpunkt Arbeitsrecht“?

Ein Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht muss kein Fachanwalt für Arbeitsrecht sein. Selbstverständlich haben Fachanwälte für Arbeitsrecht ihren Schwerpunkt im Arbeitsrecht. Es gibt aber Anwälte, die den Fachanwaltstitel noch nicht führen dürfen. Diese Anwälte dürfen aber mit dem Hinweis auf „Schwerpunkt Arbeitsrecht“ werben, wenn sie tatsächlich ihren Schwerpunkt im Arbeitsrecht haben.

Die bei uns beschäftigten Anwälte, die noch nicht den Fachanwaltstitel für Arbeitsrecht führen dürfen, haben ihren Schwerpunkt im Arbeitsrecht, da sie tagtäglich nahezu ausschließlich im Arbeitsrecht tätig sind. Sollten Sie von einem Anwalt mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht vertreten werden, wissen Sie wenigstens, dass er nicht mit unlauteren Mitteln versucht, sich als Fachanwalt für Arbeitsrecht aufzuspielen. Dies spricht schon einmal für seine Seriosität.

In älteren Suchmaschinen oder auch auf älteren Websites finden sich noch Unterscheidungen zwischen „Tätigkeitsschwerpunkt“ und „Interessenschwerpunkt“. Diese Unterscheidung war früher aus berufsrechtlichen Gründen erforderlich, ist zwischenzeitlich allerdings vollständig weggefallen.

Der Tätigkeitsschwerpunkt Arbeitsrecht bedeutete, dass tatsächlich der Anwalt überwiegend im Arbeitsrecht tätig war. Der Interessenschwerpunkt war ein „weniger“ und bedeutete, dass der Anwalt Interesse am Arbeitsrecht hat, also gerne mehr im Arbeitsrecht tätig sein würde. Allein schon diese Erklärung zeigt, warum die Unterscheidung weggefallen ist.