Bei einem Arbeitszeitbetrug droht dem Arbeitnehmer die verhaltensbedingte Kündigung

 

Arbeitszeitbetrug bedeutet, dass der Arbeitnehmer so tut, als würde er arbeiten, obwohl er in Wirklichkeit keine Arbeitsleistung erbringt. Der Arbeitnehmer spiegelt vor, eine Arbeitsleistung zu erbringen, tatsächlich arbeitet er aber nicht. Kommt ein solches Verhalten ans Licht, droht eine verhaltensbedingte Kündigung, in aller Regel sogar eine fristlose verhaltensbedingte Kündigung.

Wann liegt Arbeitszeitbetrug konkret vor? 

Private Telefonate – und verhaltensbedingte Kündigung

Arbeitszeitbetrug liegt schon vor, wenn der Arbeitnehmer während der Arbeitszeit private Telefonate mit seinem eigenen Handy führt oder SMS schreibt. Auch das Zeitunglesen während der Arbeitszeit stellt Arbeitszeitbetrug dar.

Wenn der Arbeitnehmer nichts mehr zu tun hat ist er verpflichtet, seinen Arbeitgeber davon zu informieren, dass er keine Arbeit mehr hat.

Zeitunglesen- und verhaltensbedingte Kündigung

Das eingestempelt bleiben, beispielsweise in der Nachtschicht, gerne auch dann, wenn der Arbeitgeber und sonstige Büroangestellte nicht mehr im Hause sind und in dieser Zeit anstatt zu arbeiten im Aufenthaltsraum rum sitzen, ist regelmäßig ein Grund für eine fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung.

Private E-Mails und Internet- und verhaltensbedingte Kündigung

Auch überbordender privater E-Mail-Verkehr oder die Internetnutzung zu privaten Zwecken kann ohne vorherige Abmahnung zum Ausspruch einer fristlosen verhaltensbedingten Kündigung führen.

Eine Abmahnung ist nur dann erforderlich, wenn der Arbeitnehmer fälschlicherweise davon ausgehen konnte, dass kurze private Telefonate erlaubt sind oder nur wenige E-Mails empfangen und versandt wurden oder aber die Internetnutzung nur einen sehr geringen Umfang umfasste und eine solche Nutzung bisher auch vom Arbeitgeber akzeptiert wurde.

Falsches Ein- und Ausstempeln – und verhaltensbedingte Kündigung

Arbeitszeitbetrug liegt natürlich auch dann vor, wenn Kollegen für den Arbeitnehmer einstempeln, obwohl er selbst noch gar nicht auf der Arbeit ist. Das gleiche gilt für das Ausstempeln: wer früher geht hat sich auszustempeln und nicht einen Kollegen zu bitten, für ihn später auszustempeln.

Arbeitszeit notieren bei Gleitzeit – und verhaltensbedingte Kündigung

Auch wenn der Arbeitgeber bei Gleitzeit die Arbeitnehmer auffordert, die Anwesenheitszeiten handschriftlich zu notieren und zwar beginnend mit dem Zeitpunkt wo der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz sitzt, dann ist auch genau dieser Zeitpunkt zu notieren und nicht der Zeitpunkt der Einfahrt durch das Firmentor mit dem Pkw (Dies selbst dann, wenn die Arbeitszeit rein rechtlich betrachtet früher anfängt). Auch das führte in einem Fall zu einer fristlosen verhaltensbedingten Kündigung.

Urteile zum Arbeitszeitbetrug

Einzelfälle zum Arbeitszeitbetrug oder auch zur privaten Internetnutzung während der Arbeitszeit finden Sie unter Urteile, nach Themen sortiert auf dieser Website.


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