• Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht und Versicherungsrecht

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Fachanwaltskanzlei für Versicherungsrecht -hier für den Bereich: Schiffskasko

Schiffs-Kaskoversicherung


Probleme der Schiffskasko-Versicherung

Es ergeben sich häufig Schwierigkeiten bereits bei der Begutachtung des Schadens. Schiffe, die im Ausland zum Beispiel sinken und geborgen werden, müssen zeitnah von Sachverständigen begutachtet werden. Meistens sind die Sachverständigen äußerst teuer, werden aber zunächst von dem Versicherer bezahlt. Allerdings fühlt sich dann der Sachverständige meist dem Versicherer gegenüber verpflichtet und die Gutachten fallen für den Versicherungsnehmer negativ aus. Um selber in einem späteren Prozess nachweisen zu können, durch was der Schaden verursacht wurde bietet es sich an, selber ein Sachverständigengutachten bei einem vom Versicherer unabhängigen Sachverständigen in Auftrag zu geben. Diesen im Ausland, möglicherweise auf einer einsamen Insel, zu finden und vorab zu bezahlen bereitet große Probleme.
Um wirtschaftlich sinnvoll die Beweise zu sichern es ist das mindeste und daher dringend erforderlich, ausreichend Fotos und Videoaufnahmen anzufertigen, um den Schaden später in einem Gerichtsprozess vollständig oder zumindest weitgehend nachweisen zu können. Allein die Sicherung der Beweise ist äußerst aufwändig und kann zu erheblichen Problemen führen. Die sicherste Variante ist das Einholen eines eigenen Sachverständigengutachtens, die ausreichende Lösung ist, sämtliche Schritte der Bergung und der Reparatur des Schiffes zu dokumentieren und Namen später im Prozess nennen zu können, die den Zustand des Schiffes beschreiben können und die Richtigkeit der Fotos und der Feststellungen bestätigen.

Wird nun eine gesunkene Yacht in der Karibik von einem Sachverständigen begutachtet treten häufig Verständigungsprobleme auf. Letztlich bleibt der Schiffseigner mit seinem Schiff vor Ort im Ausland und will mit der Reparatur und Wiederherstellung beginnen. Zu diesem Zeitpunkt ist in der Regel noch nicht klar, ob der Versicherer für den Schaden eintreten wird und wenn ja, welche Schadenhöhe ermittelt wird. Die Bergungskosten sind in der Regel direkt sofort zu zahlen und man kann nur hoffen, dass der Versicherer leisten will.

Die hier angefallenen Fälle lagen leider anders. Häufige Probleme entstehen dann, wenn der Sachverständige das Sinken der Yacht auf Verschleiß zurückführt. In den Versicherungsbedingungen ist zwar geregelt, dass das Schiff in einem seetauglichen Zustand sich befinden muss. Ist aber ein Weltumsegler über ein Jahr oder noch länger unterwegs werden Verschleißteile extrem beansprucht. Beruft sich der Versicherer darauf, dass nicht bestimmte Verschleißteile ausgetauscht wurden und behauptet die Kenntnis des Eigners von diesem Umstand, so beruft er sich gerne auf die grob fahrlässige Herbeiführung des Schadensfalles und zieht einen erheblichen Teil von dem ermittelten Schaden ab. In einem von uns bearbeiteten Fall behauptete der Versicherer die grob fahrlässige Herbeiführung des Schadens dadurch, dass der Schiffseigner, der eine Weltumseglung vornahm, das Schiff für mehr als 2 h verlassen hat, ohne eine Ankerwache (in einem gesicherten Hafen) zurückgelassen zu haben Auch hier macht der Versicherer einen Abzug für die grob fahrlässige Herbeiführung des Schadenfalls geltend.

Feste Taxe

Es gibt Versicherungsmakler und auch Versicherer, die eine feste Taxe mit dem Versicherungsnehmer vereinbaren. Der Schiffseigner will sicher sein, dass wenn es zum Totalverlust des Schiffes kommt, er diese feste Taxe als maximal Schadenbetrag erhält, allerdings auch als minimalen Schadenbetrag. Oftmals versichern Versicherungsmakler etwas anderes, als was der Versicherer selbst versichern will. Die ersten rechtlichen Auseinandersetzungen finden bereits dann statt, wenn noch nicht einmal über die Schadenhöhe an sich gesprochen wird. Allein der Umfang des Versicherungsschutzes ist dann schon zwischen den Parteien streitig.

Buchempfehlung Feste Taxe

Als Empfehlung für das Thema "Feste Taxe" wird Dr. Maßmann, Die Taxe im Seeversicherungsrecht" empfohlen. Ohne juristische Grundkenntnisse kann es aber zu Missverständnissen kommen. Jeder Eigner sollte sich aber mit dem Thema befassen, bevor er in See sticht.