Berufsunfähigkeit: Alte Leipziger zahlt nicht

14. November 2013

Mandant, Fotojournalist, unterhält bei der Alten Leipziger eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ). Mandant wegen posttraumatischer Belastungsstörung nach Einsätzen in Krisengebieten Berufsunfähig (BU). BU Vertrag läuft noch wenige Jahre. Alte Leipziger zahlt nicht, bestreitet das eine BU vorliegt. Sie bestreitet den Umfang der zuletzt ausgeübten Tätigkeit des Journalisten, bestreitet die Erkrankung, diese sei nur vorgeschoben. Eingereichten umfangreiche Fotosammlungen reichen dem Versicherer nicht, Zeugen von Verbänden müssen vor Gericht gehört werden, damit Versicherer glaubt, dass Mandant tatsächlich in diesen Krisengebieten war und was er dort erlebt hat, um diese psychischen Schäden nachvollziehen zu können. Gutachten zur Erkrankung werden vom Gericht eingeholt, werden von der Alten Leipziger angegriffen. Die 1. Instanz gewinnt der Partner der Kanzlei, RA Wittig vor dem LG Lübeck, da nachweislich der Mandant Krank und BU ist. Berufung durch die Alte Leipziger wird erwartungsgemäß eingereicht, der Kampf beginnt von neuem. Der Mandant hält sich und seine Familie derweil ohne Arbeit und krank mit Geld der Verwandschaft über Wasser, macht parallel Therapie. Der Versicherer bestreitet weiterhin alles, was es zu bestreiten gibt und der Prozess zieht sich hin. Am Ende wird auch die 2. Instanz positiv abgeschlossen, allerdings mit einem Vergleich, wobei statt eingeklagten rund € 190.000 (voller BU-Rentenbetrag bis zum Ablauf der Versicherung) der Versicherer 165.000 € plus anteilig Anwaltskosten zahlen muss. Auch dieser Vergleich wird von RA Wittig erreicht.