Wetterbedingtes zu spät kommen – Rechtsfolgen

Wer als Arbeitnehmer morgens aufwacht und vom Schneetreiben auf der Straße überrascht wird, hat arbeitsrechtlich schlechte Karten. Selbst wenn der Arbeitnehmer alles unternimmt, um pünktlich bei der Arbeit zu sein, kommt er trotzdem zu spät bekommt er für die Zeit, die er zu spät zur Arbeit erschienen ist, keinen Lohn. Bereits 1982 hat das Bundesarbeitsgericht entschieden (AZ 5 AZR 283/80), dass einem Arbeitnehmer kein Lohnanspruch für die Fehlzeiten zusteht. Im konkreten Fall hatte es derart geschneit, dass Straßen teilweise gesperrt wurden. Der Arbeitnehmer konnte nicht rechtzeitig seine Arbeitsstelle erreichen. Als sein Chef ihm anbot, die ausgefallene Zeit nachzuarbeiten oder für die ausgefallene Zeit Urlaub zu nehmen, wollte der Arbeitnehmer keines von beiden und klagte auf Lohnzahlung. Ohne Erfolg.

Eine Abmahnung dagegen muss ein Arbeitnehmer nicht befürchten, wenn er nicht rechtzeitig seine Arbeitsstelle erreicht, wenn ihm das zu spät kommen nicht vorgeworfen werden kann. Je voraussichtlicher allerdings Schneefälle, Schneeverwehungen und Probleme im Verkehrsbereich bekannt sind desto eher liegt es im Verschulden des Arbeitnehmers, wenn er trotz dieser Hinweise seine Arbeitsstelle nicht rechtzeitig erreicht. Tritt aber plötzlich Eisregen ein dann liegt kein Verschulden vor. Ob also eine Abmahnung berechtigt ausgesprochen wurde oder nicht liegt im Einzelfall.

Arbeitnehmern ist zu raten, gerade in den Wintermonaten die Wettervorhersagen zu beachten (MW)