Aufsatz Datenschutzrecht: Diensthandy und WhatsApp

09.08.2018 Datenschutzrecht: Diensthandy und WhatsApp

Immer wieder werden wir gefragt, wie es sich mit WhatsApp und anderen App-Diensten, wie z.B. Snapchat auf dem Diensthandy verhält. Einige große Firmen wie zuletzt der Autozulieferer Continental untersagen allen Mitarbeitern aus Datenschutz-Bedenken, auf Diensthandys WhatsApp zu nutzen. WhatsApp erlaubt den Zugriff auf alle Kontakte, die im Adressbuch sind. Konkret ist die Praxis solcher Messenger-Dienste, auf das gesamte Telefonbuch des Nutzers zuzugreifen, um anzuzeigen, welcher Kontakt den Dienst ebenfalls nutzt. Um der neuen Datenschutz-Verordnung zu folgen, müssten WhatsApp-Nutzer nun von jeder Person im Adressbuch die Zustimmung zum Teilen ihrer Daten mit den Diensten einholen, also vor allem von denen, die WhatsApp selber nicht nutzen. Kontakte, die nicht WhatsApp nutzen, laufen daher Gefahr, dass ihre Daten von Fremden ausgelesen und genutzt werden können. Aus diesem Grunde ist es aus Datenschutz-Bedenken tatsächlich sinnvoll, allen Mitarbeitern, die ein Diensthandy nutzen, zu untersagen, WhatsApp weiterhin installiert zu lassen.

Arbeitgeber dürfen solche Anordnungen auch im Rahmen des Direktionsrechts erteilen.

 

Anders sieht es aus, wenn Arbeitnehmer kein Diensthandy haben, sondern mit ihrem Privathandy auch dienstliche Kommunikation führen. Dann kann der Arbeitgeber nicht einseitig den Arbeitnehmer auffordern, den Dienst WhatsApp zu deinstallieren. Der Arbeitgeber muss dann seinen Arbeitnehmern untersagen, mit dem privaten Handy mit Kunden zu kommunizieren.

Richtig ist allerdings auch, dass bisher noch keine Klage auf Schadenersatz oder Unterlassung gegenüber einer Firma rechtshängig ist, zumindest soweit wir wissen. Gerichtliche Entscheidungen sind bisher auch nicht bekannt.