Kein Wegeunfall mehr bei Umkehr zur Unfallstelle

Das BSG – B 2 U 26/07 R – hatte den Fall zu entscheiden, dass ein AN auf dem Weg von der Arbeit nach Hause einen Unfall erlitt. Der AN (Kläger) fuhr nach dem Verkehrsunfall zunächst ca. 100 bis 150 m weiter, wartete dann 10 Minuten und wendete dann sein Fahrzeug, um zur Unfallstelle zurückzufahren. Er parkte hinter dem abgestellten Pkw des Unfallgegners und begab sich zwischen die Fahrzeuge. Sodann fuhr ein weiterer Pkw auf die stehenden Fahrzeuge auf und der Kläger verletzte sich erheblich. Die beklagte Berufsgenossenschaft lehnte die Regulierung ab. Sie war der Auffassung, dass es sich nicht mehr um einen Wegeunfall gehandelt hat. 

Das BSG ist mit seinem Urteil der Ansicht der Berufsgenossenschaft gefolgt. Solange sich der AN auf dem Weg nach Hause befindet, besteht Versicherungsschutz. Wenn er jedoch anhält und sich dann in entgegengesetzter Richtung zu seiner Wohnung in Bewegung setzt, bedeutet das eine erhebliche Zäsur, so dass nicht mehr von einem Heimweg gesprochen werden kann.

Für die Praxis: Achtung bei Verkehrsunfällen: Es besteht kein Versicherungsschutz, wenn aufgrund eines Verkehrsunfalls der AN seinen Nachhauseweg unterbricht und zur Unfallstelle zurückkehrt.