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Das Arbeitsgericht Hagen hatte auch über einen schönen Facebook - Eintrag zu entscheiden in 3 Ca 2597/11:

LAG Hamm

Das Profil des Klägers wies zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung insgesamt 70 sogenannte "Freunde" auf. "36" dieser "Freunde" waren zum Zeitpunkt der angegriffenen Kündigung Mitarbeiter der Beklagten.

Unmittelbarer Vorgesetzter des Klägers zum Zeitpunkt des für den vorliegenden Rechtsstreit relevanten Kündigungssachverhalts war der Mitarbeiter „G1“ der Beklagten, der nicht zu den im Facebook-Profil des Klägers aufgeführten "Freunden" gehört.

Am 20.11.2011 um 13:46 Uhr postete der Kläger auf seiner Pinnwand im Facebook-Profil folgenden Text:

 "hi M1 (M1 ist ein anderer Mitarbeiter des AG, Anm.), mir geht’s gut, und dir hoffe ich auch. Habe mich über diesen scheiss G1 geärgert hat mir zwei abmahnungen gegeben innerhalb von drei monaten wegen rauigkeit. Diesen kleinen scheisshaufen mache ich kaputt, werde mich beschweren über diesen wixxer bin 32jahre hier dabei und so ein faules schwein der noch nie gearbeitet hat in seinem scheissleben gibt mir zwei abmahnungen, da hat er sich im falschen verguckt diese drecksau naja sag mal bis bald"

Aufgrund dieses Eintrags bei Facebook entwickelte sich eine längere Diskussion mit dem Mitarbeiter M1, die vollständig nachlesbar auf dem Facebook Profil verblieb.

Das Arbeitsgericht entschied, dass die fristlose Kündigung unwirksam, die gleichzeitig ausgesprochene fristgerechte Kündigung jedoch wirksam war.

Es half dem AN nichts, dass er behauptete, dass lediglich ein Bedienungsfehler zur Veröffentlichung führte, denn er wollte eigentlich mit dem Mitarbeiter M1 chatten und nicht öffentlich „posten“. Unwissenheit oder Unsicherheit im Umgang mit Facebook kann nur ausnahmsweise zu Gunsten des AN in die Interessenabwägung einfließen. Im vorliegenden Fall hat es für den AN nicht gereicht.