Urteile

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Thüringer LAG, Urteil vom 06.05.2018 – 6 Sa 442/17

Im Kern ging es darum, dass der Arbeitgeber die private Handynummer des Arbeitnehmers wissen wollte, um eine Absicherung des Notfalldienstes außerhalb der Rufbereitschaft sicherzustellen. Eine vernünftige Forderung, wie man meint. Aber das LAG entschied, dass der Arbeitnehmer seine private Handynummer nicht bekannt geben muss, da das einen erheblichen Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung darstellt, der unter Abwägung beiderseitiger Interessen nicht zu rechtfertigen sei.

Hinweis für die Praxis:

Wenn keine Rufbereitschaft besteht, müsste der AN auch nicht ans Telefon gehen. Selbst, wenn der AG die Nummer hätte und anruft. Will man als AG anderes, muss man das arbeitsvertraglich klären. Auch über eine Vergütung für die Zeit, in der ein AN verpflichtet ist, ans Telefon zu gehen. Häufig sind diese Problemfälle aber nicht. Wer sich als AN weigert, der hat sicher bereits ein anderes Problem mit dem AG. Der Streit wird dann eher über die Kündigung geführt als über die Frage, ob die Handynummer bekannt gegeben werden muss oder nicht. Auch wenn es nichts Neues ist, eine interessante Entscheidung.

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